
Zur Situation in der Salvatorschule in Nazareth
Nach den Angriffen von Israel und den Vereinigten Staaten auf den Iran und den aktuellen Gegenschlägen ist die Lage in Nazareth angespannt. Auch die Salvatorschule in Nazareth ist vorübergehend geschlossen. Trotzdem halten die Schwestern und Lehrkräfte den Kontakt zu ihren Schülerinnen und Schülern.
Am Sonntag erreichten mehrere Wellen von iranischen Raketen Israel. Die meisten wurden abgefangen, aber einige schlugen ein. Auch zivile Ziele wurden getroffen. Immer wieder heulen die Sirenen zur Warnung der Bevölkerung.
Das israelische Bildungsministerium hat landesweit angeordnet, die Schulen für einige Tage zu schließen. Ziel ist es, größere Menschenansammlungen zu vermeiden. Auch die Salvatorschule bleibt deshalb vorerst geschlossen. Sicherheit hat Vorrang.
Gleichzeitig bemühen sich Schulleitung und Lehrkräfte um Stabilität. Sie wissen, wie sehr Kinder unter einer solchen Bedrohung leiden. Die Lehrerinnen und Lehrer halten Kontakt zu ihren Klassen. Sie geben Aufgaben, erklären Stoff und hören zu. Das schafft Struktur an Tagen, die von Unsicherheit geprägt sind. „Wir sind auf solche Situationen vorbereitet, damit wir auch jetzt an der Seite unserer Schülerinnen und Schüler sein können“, sagt Schulleiter Awni Bathish.
Nazareth liegt im Norden des Landes. Unter den Bewohnern des Ortes, an dem Jesus den größten Teil seines Lebens verbracht hat, herrscht Sorge, weil sich die Hisbollah im nahen Südlibanon in den Konflikt eingeschaltet hat. Von dort gibt es zusätzliche Luftangriffe mit kleineren Raketen, wie es schon früher häufig der Fall war.

Anders als im überwiegend von jüdischer Bevölkerung dominierten Nazareth-Illit, sind die Schutzmöglichkeiten im Zentrum von Nazareth und den umliegenden Stadtteilen bei Raketenangriffen oft schlechter. Kaum ein Haus verfügt über einen eigenen Schutzraum. Öffentliche Bunker sind begrenzt. Das erhöht den Druck auf Familien, besonders in dicht besiedelten Vierteln.
Die Schulleitung steht in engem Austausch mit den Behörden. Sie verfolgt jede neue Anweisung genau. Zugleich sucht sie aktiv das Gespräch mit Eltern und Kindern. Wo Unterstützung nötig ist, wird geholfen. Für viele Kinder ist die Salvatorschule mehr als ein Lernort. Sie ist ein Stück Normalität in unsicheren Zeiten. Dieses Stück Normalität wollen wir bewahren. „Dafür setzen sich Schulleitung und Kollegium mit großem Engagement ein“, bestätigt auch Schwester Klara,
Wir leben – soweit möglich – unseren Alltag. Wir arbeiten, sind füreinander da und beten. Wir wissen, dass wenn wir Gott bitten, er nicht einfach diese Bitten erfüllt, aber wir sind mit Gott verbunden. Er greift auch nicht in diese oder jene Situation ein. Aber er wirkt auf uns ein. Er stärkt uns, damit wir es schaffen, hoffentlich ohne Hass und Groll zu leben. Um Heiligen Geist beten, das öffnet uns für den Geist Gottes. Das wir am Leben festhalten, nicht aus Rache das Glück anderer zerstören, nicht töten. Das ist Geist Gottes.
